In Potsdam begegnen uns immer wieder die schwierigen sandig-schluffigen Mischböden der Havelniederung: optisch schwer einzuschätzen, doch ihre Korngrößenverteilung entscheidet über Versickerungsfähigkeit, Frostsicherheit und Tragfähigkeit. Eine reine Siebanalyse reicht hier oft nicht aus – erst die Kombination mit dem Aräometerverfahren liefert den vollständigen Durchgang unter 0,063 mm, den viele Ausschreibungen zwingend verlangen. Unser Labor führt die Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 durch und ermittelt sowohl den Feinkornanteil als auch die Ungleichförmigkeitszahl Cu für eine belastbare Baugrundklassifikation nach DIN 18196. Bei größeren Projekten im Bornstedter Feld oder entlang der Havel begleiten wir die Analyse mit einer Sondierung nach SPT zur Korrelation der Lagerungsdichte oder setzen Rammsondierungen ein, wenn der Zugang für Bohrgeräte beengt ist.
Die Nasssiebung allein ist in Potsdams Mischböden trügerisch – erst das Aräometerverfahren zeigt den wahren Feinkornanteil und die Frostklasse.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Der häufigste Fehler, den wir bei Potsdamer Bauvorhaben beobachten, ist die Reduzierung der Baugrunduntersuchung auf eine reine Kornverteilung ohne Aräometer – und die anschließende Einstufung in eine falsche Bodengruppe. Wird ein Boden mit 10 % Tonanteil fälschlich als frostunempfindlich klassifiziert, führt das bei Frost-Tau-Wechseln zu Hebungen, die später Risse in der Bodenplatte verursachen. Besonders tückisch sind die Auffüllungen im Stadtgebiet: oft heterogen, mit Bauschutt oder Schlacke durchsetzt, lassen sie sich ohne vollständige Sieb- und Hydrometeranalyse nicht zuverlässig bewerten. Unsere akkreditierte Prüfung nach DIN EN ISO 17892-4 schließt diese Lücke und liefert die Kennwerte, die für den Nachweis der Gebrauchstauglichkeit nach Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) erforderlich sind.
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Geltende Normen
DIN EN ISO 17892-4:2017 – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau, DIN 18123 – Bestimmung der Korngrößenverteilung durch Siebung
Zugehörige Fachleistungen
Vollständige Sieb- und Aräometeranalyse
Kombinierte Trockensiebung, Nasssiebung und Sedimentationsanalyse mit Aräometer für den gesamten Korngrößenbereich von Ton bis Grobkies. Ausgabe als Sieblinie, tabellarisch und grafisch, mit Cu/Cc-Werten und Bodenansprache.
Frostempfindlichkeitsklassifikation
Einstufung in Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 nach ZTV E-StB auf Basis des Feinkornanteils und der Plastizität. Entscheidungsgrundlage für die Dimensionierung des frostsicheren Straßen- und Gründungsaufbaus in der Region.
Durchlässigkeitsbestimmung aus der Sieblinie
Rechnerische Ermittlung des kf-Werts nach Beyer, Hazen oder Kozeny/Carman aus der Kornverteilungskurve. Anwendung bei Versickerungsanlagen, Dränagen und Grundwasserabsenkungen in den sanddominierten Böden Potsdams.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Potsdam?
Eine kombinierte Sieb- und Aräometeranalyse liegt in unserem Labor bei €110 bis €150 pro Probe, abhängig von der Probenanzahl und ob eine zusätzliche Bestimmung der Atterberg-Grenzen erforderlich ist. Bei Projekten mit mehr als 10 Proben im Stadtgebiet Potsdam bieten wir günstige Staffelpreise an.
Wie lange dauert die Korngrößenanalyse im Labor?
Die Routineanalyse dauert 3 bis 5 Werktage nach Probeneingang. Die Aräometermessung benötigt allein 24 Stunden Sedimentationszeit, da wir die Dichte der Suspension zu mehreren Zeitpunkten messen. Express-Analysen sind nach Absprache innerhalb von 48 Stunden möglich, erfordern aber einen Aufpreis wegen Umstellung des Laborplans.
Welche Probemenge benötigen Sie für die Sieb- und Hydrometeranalyse?
Für Böden mit Größtkorn bis 31,5 mm benötigen wir etwa 3 kg gestörtes Material in einem luftdichten Beutel. Bei kiesigen Böden mit Größtkorn über 31,5 mm steigt die Mindestmenge auf 5 bis 8 kg. Wichtig ist der originalfeuchte Zustand – bitte keine ofengetrockneten Proben anliefern, da wir den natürlichen Wassergehalt mitbestimmen.
