Die hydraulische Presse im Potsdamer Labor fährt mit exakt 1,27 mm pro Minute. Der kalibrierte Stempel dringt in den verdichteten Zylinder ein – Punkt für Punkt zeichnet der Datenlogger den Eindringwiderstand auf. Das ist kein Routineversuch, sondern die Basis für den dimensionierten Oberbau einer Straße, die in Potsdam jahrzehntelang Schwerlastverkehr und Frost-Tau-Zyklen aushalten muss. Ob im Gewerbegebiet Babelsberg oder entlang der B2 Richtung Michendorf – die CBR-Studie liefert den Kennwert, der über Dicke und Qualität der Tragschichten entscheidet. In einer Stadt mit 185.000 Einwohnern, deren sandig-kiesige Talsandböden aus der Weichsel-Kaltzeit stammen, ist die realitätsnahe Ermittlung des CBR-Werts unverzichtbar. Wir kombinieren den Versuch bei Bedarf mit der Korngrößenanalyse, um das Verdichtungsverhalten des anstehenden Materials präzise vorherzusagen.
Ein CBR-Wert unter 15 % nach Wasserlagerung verlangt in Brandenburg zwingend eine Bodenverfestigung oder einen Bodenaustausch – das ist keine Empfehlung, sondern geotechnische Notwendigkeit.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die kontinental geprägten Winter in Potsdam mit durchschnittlich 70 Frosttagen pro Jahr setzen dem Straßenkörper massiv zu. Frosteindringtiefen von 80 cm und mehr – gemessen an der Station Potsdam-Telegrafenberg – erzeugen Eislinsen gerade in den schluffigen Partien der Geschiebemergel. Eine CBR-Studie, die nur im trockenen Zustand durchgeführt wird, bildet diesen kritischen Lastfall nicht ab. Deshalb simulieren wir im Labor die kapillare Wasseraufnahme über vier Tage und messen den CBR-Wert im gesättigten Zustand. Ein Abfall auf unter 10 % des Trockenwerts ist in Potsdams heterogenen Talsanden keine Seltenheit. Die Konsequenz: ohne diesen Kennwert dimensionierte Tragschichten versagen nach der ersten Tauperiode durch Tragfähigkeitsverlust und setzen sich ungleichmäßig. Die CBR-Studie liefert die Zahl, die im Entwurf zwischen einer dauerhaften Straße und einem Sanierungsfall unterscheidet.
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Geltende Normen
DIN EN 13286-47:2021-12, FGSV RStO 12, Ausgabe 2012, TP BF-StB, Teil B 7.1, ZTV E-StB 17
Zugehörige Fachleistungen
CBR-Laborversuch nach DIN EN 13286-47
Durchführung des CBR-Versuchs mit modifiziertem Proctor-Verdichtungsverfahren. Prüfung im ungetränkten Zustand und nach Wasserlagerung. Protokollierung der Eindringkraft-Weg-Kurve, Ermittlung des CBR-Werts bei 2,5 mm und 5,0 mm Eindringung.
Feld-CBR und Plattendruckversuch
In-situ-Bestimmung des CBR-Werts direkt auf der eingebauten Frostschutz- oder Schottertragschicht in Potsdamer Straßenbaustellen. Korrelation mit dem Verformungsmodul Ev2 aus dem statischen Plattendruckversuch nach DIN 18134 zur umfassenden Qualitätskontrolle.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welcher CBR-Wert ist für eine Erschließungsstraße in Potsdam mindestens erforderlich?
Gemäß RStO 12 muss das Frostschutzmaterial unter der Tragschicht bei einer Bauweise mit Asphaltdecke einen CBR-Wert von mindestens 15 % nach Wasserlagerung aufweisen. Für Schwerlastflächen in Gewerbegebieten empfehlen wir Werte über 25 %, um die geforderte Nutzungsdauer zu erreichen.
Wie unterscheidet sich der Labor-CBR vom Feld-CBR?
Der Labor-CBR nach DIN EN 13286-47 prüft eine unter definierter Energie verdichtete Probe und berücksichtigt die Wasseraufnahme über vier Tage. Der Feld-CBR misst direkt auf der eingebauten Schicht und liefert einen Momentanwert, der stark von der aktuellen Feuchte abhängt. Beide Werte ergänzen sich: das Labor liefert den Bemessungswert, das Feld die Einbaukontrolle.
Welche Kosten verursacht eine CBR-Studie für den Straßenentwurf?
Eine vollständige CBR-Studie mit Probenvorbereitung, Verdichtung und Prüfung an drei Probekörpern liegt in Potsdam zwischen 140 und 280 Euro, abhängig von der Anzahl der Prüfpunkte und ob zusätzlich eine Proctor-Referenzdichte bestimmt werden muss.
Warum ist die Wasserlagerung der Probe für Potsdamer Böden entscheidend?
Potsdams sandige Talsande und Geschiebemergel reagieren sehr unterschiedlich auf Wassersättigung. Die vier Tage Wasserlagerung simulieren den kritischen Zustand nach langanhaltenden Regenperioden oder der Frost-Tau-Periode. Nur dieser CBR-Wert ist relevant für die Dimensionierung – der trocken ermittelte Wert würde die Tragfähigkeit im ungünstigsten Fall überschätzen.
