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Bemessung flexibler Fahrbahnen in Potsdam: Tragfähigkeit für die Stadt der Schlösser

Potsdam wächst, und mit jedem neuen Quartier – ob in Bornstedt oder am Luftschiffhafen – steigen die Anforderungen an den Straßenoberbau. Die sandigen, teils schwach bindigen Böden der Havelniederung bringen einen CBR-Wert, der ohne qualifizierte Tragfähigkeitsanalyse schnell mal unter 5 % bleibt. Wir sehen das regelmäßig bei Aufgrabungen im Stadtgebiet nördlich der Havel: Der gewachsene Untergrund ist nicht der Feind, aber er muss exakt bewertet werden. Genau dafür setzen wir die CBR-Straßenprüfung ein, bevor der erste Zentimeter Frostschutzschicht aufgebaut wird. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen beginnt hier nicht am Schreibtisch, sondern mit dem Kernbohrgerät und der dynamischen Plattendruckprüfung vor Ort. Die brandenburgische Bauordnung und die RStO 12 geben den Rahmen, die lokale Geologie die Randbedingungen. Ohne belastbare Kennwerte wird jede Asphaltschicht zur Kostenfalle.

Ein Ev2-Wert von 45 MN/m² auf dem Planum ist in Potsdams sandigen Niederungen kein Ausreißer, sondern der Regelfall – und genau da beginnt die ingenieurtechnische Dimensionierung.

Methodik und Umfang

Ein Bauvorhaben in der Nauener Vorstadt zeigt das Problem: 40 cm Auffüllung über eiszeitlichem Sand, darunter in 1,20 Meter Tiefe eine wasserführende Schicht. Die Planung sah eine Busspur mit Belastungsklasse Bk3,2 vor, doch der anstehende Boden erreichte auf der Frostschutzebene ohne Verbesserung keine Ev2-Werte über 80 MN/m². Wir haben das Mehrschichtsystem über eine Rückrechnung mit den Ergebnissen des Proctor-Versuchs und der Korngrößenanalyse optimiert. Ergebnis: 15 cm Schottertragschicht mit abgestufter Körnung 0/45, darunter ein Geotextil als Trennlage, dann 10 cm Asphalttragschicht AC 22 TS und 4 cm Deckschicht AC 11 DS. Die Frostsicherheit wurde über den Frostindex der Region Potsdam (rund 360 °C·d) und die Körnungslinie der Tragschicht nachgewiesen.
  • Tragfähigkeitsnachweis Ev2 ≥ 120 MN/m² auf OK Planum
  • Schichtenfolge gemäß RStO Tafel 1, Zeile 1.1
  • Frostempfindlichkeitsklasse F2/F3-Böden in der Gründungszone
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Potsdam: Tragfähigkeit für die Stadt der Schlösser

Lokale Besonderheiten

Das kontinentale Klima Ostdeutschlands hat wenig Nachsicht mit schlecht dimensionierten Asphaltbefestigungen. In Potsdam liegen die Januar-Minima im langjährigen Mittel bei -2,7 °C, während die Julimaxima 24,5 °C erreichen – ein Temperaturgang von über 25 Kelvin, der jede unzureichend bemessene Binderschicht plastisch verformt. Dazu kommt die Staunässe in den tonigen Linsen der Teltow-Hochfläche. Wer hier die Frostempfindlichkeitsklasse des Unterbaus nur schätzt, programmiert Frosthebungen von 15 mm und mehr vor. Die RStO verlangt bei F3-Böden eine Dicke des frostsicheren Oberbaus von mindestens 65 cm. In der Praxis sehen wir oft Bestand, der mit 40 cm auskommen musste – und nach drei Wintern Risse von Bord zu Bord zeigt. Eine saubere Bemessung flexibler Fahrbahnen verhindert genau diese Verformungsbilder, indem sie die lokale Wasserführung und den kapillaren Aufstieg in die Berechnung einbezieht. Auch die Rüttelverdichtung des Planums ist hier entscheidend: Ohne dynamische Nachverdichtung ist kein Ev2-Nachweis zu führen.

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Geltende Normen

RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau), DIN EN 13286-2 (Verdichtungsgrad und Wassergehalt), DIN 18196 (Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke), TP BF-StB Teil B 8.3 (Dynamischer Plattendruckversuch)

Zugehörige Fachleistungen

01

Tragfähigkeitsbewertung und Oberbaubemessung

Ermittlung der erforderlichen Schichtdicken für Asphaltbefestigungen nach RStO 12. Inklusive CBR-Versuchen, Plattendruckversuchen auf allen Ebenen und Rückrechnung der Restnutzungsdauer bei Erneuerungen im Hocheinbau.

02

Frostsicherheitsnachweis und Baustoffprüfung

Bestimmung der Frostempfindlichkeitsklasse nach ZTV E-StB. Siebanalysen, Proctorversuche und Kornabstufung der Tragschichtmaterialien. Auslegung von Geotextilien und Dränageschichten für staunasse Untergründe in der Havelregion.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Belastungsklasse nach RStOBk0,3 bis Bk100
Standard-CBR Untergrund3–7 % (unbehandelt)
Erforderlicher Ev2-Wert OK Frostschutz≥ 120 MN/m²
Frostindex Region Potsdam~360 °C·d
Asphalttragschichtdicke8–14 cm (AC 22 TS)
Asphaltdeckschicht4 cm (AC 11 DS)
Schottertragschicht Körnung0/32 oder 0/45 mm
Mindestverdichtungsgrad DPr≥ 100 %

Häufige Fragen

Was kostet die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn für ein Grundstück in Potsdam?

Für die vollständige Dimensionierung inklusive Baugrunduntersuchung, CBR-Tests und rechnerischem Oberbaunachweis liegen die Kosten je nach Umfang zwischen €1.740 und €4.820. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Aufschlüsse, der Fahrbahnfläche und der Belastungsklasse.

Welche Belastungsklasse gilt für eine private Zufahrt in Potsdam?

Private Zufahrten werden üblicherweise in die Belastungsklassen Bk0,3 bis Bk1,0 eingestuft. Das entspricht einer leichten bis mäßigen Beanspruchung durch Pkw und gelegentlichen Lieferverkehr. Entscheidend ist die tägliche Anzahl der Achsübergänge – bei über 10 Lkw pro Tag wird bereits Bk1,8 empfohlen.

Wie tief muss der frostsichere Oberbau in Potsdam dimensioniert werden?

Die Mindestdicke des frostsicheren Oberbaus beträgt in Potsdam je nach Frostempfindlichkeitsklasse des Untergrunds zwischen 55 und 75 cm. Bei Böden der Klasse F3 (toniger Schluff) sind es 65 cm, bei F2-Böden 55 cm. Zuschläge für ungünstige Wasserverhältnisse können die Dicke um weitere 5 bis 15 cm erhöhen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Potsdam und seinem Großraum.

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