Der Unterschied könnte kaum größer sein: Während man in der historischen Innenstadt schon wenige Meter unter dem Pflaster auf die verdichteten, tragfähigen Schmelzwassersande der Weichsel-Kaltzeit trifft, sieht es in den Villenvierteln am Griebnitzsee völlig anders aus. Dort wechseln sich weiche Auesedimente und Torflinsen ab, die bei der geringsten Belastung nachgeben. Genau hier setzt der CPT-Versuch an. Mit der Drucksondierung tasten wir den Baugrund kontinuierlich ab, ohne eine einzige Probe aus dem Boden zu holen. Wir messen den Spitzenwiderstand und die Mantelreibung direkt vor Ort und erhalten so ein lückenloses Profil der Bodenschichten. In der Nauener Vorstadt ergänzen wir die Sondierung oft mit einer Korngrößenanalyse, wenn es um die genaue Einstufung der feinkörnigen Zwischenlagen geht.
Ein einziger CPT-Versuch liefert ein lückenloses Profil, für das man sonst zehn gestörte Proben bräuchte – und das in einem Bruchteil der Zeit.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Im Potsdamer Raum sehen wir immer wieder dasselbe Problem: Bauherren verlassen sich auf alte Baugrundkarten und stufen den gesamten Untergrund pauschal als tragfähigen Sand ein. Dabei übersehen sie die zahlreichen, oft nur wenige Dezimeter mächtigen Schluff- und Torflinsen, die sich in den Havelseen und verlandeten Rinnen abgelagert haben. Eine einzige nicht erkannter Weichschicht unter einer Bodenplatte kann zu ungleichmäßigen Setzungen von mehreren Zentimetern führen – ein Totalschaden für jeden Neubau. Mit dem CPT-Versuch erkennen wir diese Schwachstellen auf den Zentimeter genau. Die abgeleitete Bodenklassifizierung nach Robertson (2010) zeigt uns sofort, ob es sich um ein normalkonsolidiertes oder überkonsolidiertes Material handelt. Gerade bei den hohen Grundwasserständen in der Teltower Vorstadt ist die Messung des Porenwasserdrucks entscheidend, um hydraulische Grundbrüche in der Bauphase sicher auszuschließen.
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Geltende Normen
DIN EN ISO 22476-1:2013 (CPT/CPTU), Eurocode 7: DIN EN 1997-2 (Baugrunderkundung), DIN 4094-1 (ergänzend für Sondierungen), Robertson 2010 (Bodenklassifizierung aus CPT-Daten)
Zugehörige Fachleistungen
CPT-Standardsondierung bis 25 m
Klassische Drucksondierung mit Messung des Spitzenwiderstands und der Mantelreibung. Ideal für die Erkundung von tragfähigen Sandschichten und zur Abschätzung der Pfahltragfähigkeit in Potsdam.
CPTU mit Porenwasserdruckmessung
Sondierung mit zusätzlichem Porenwasserdruckaufnehmer. Unverzichtbar bei hohen Grundwasserständen, wie sie in den Havelauen und am Templiner See vorkommen, um Konsolidierungsprozesse zu bewerten.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet ein CPT-Versuch in Potsdam ungefähr?
Die Kosten für einen CPT-Versuch liegen bei uns in Potsdam zwischen €140 und €260 pro laufendem Meter, abhängig von der erforderlichen Tiefe, dem Gerätetyp und der Zugänglichkeit des Geländes. In diesem Preis sind die komplette Messung, die ingenieurtechnische Auswertung und ein digitaler Bericht enthalten.
Welche Tiefe erreicht der CPT-Versuch im Potsdamer Sand?
Das hängt stark von der Lagerungsdichte und dem Kiesanteil ab. In den typischen mitteldicht gelagerten Sandersanden erreichen wir mit unserer 20-Tonnen-Raupe problemlos 18 bis 25 Meter. Bei sehr dicht gelagerten oder kiesigen Schichten kann der Versuch früher enden, da wir die maximal zulässige Schubkraft von 200 kN nicht überschreiten.
Benötige ich zusätzliche Bohrungen, wenn ich einen CPT mache?
Nicht zwingend. Der CPT liefert ein lückenloses, hochauflösendes Profil der Lagerungsdichte. Allerdings ist eine direkte Bodenansprache nur durch eine Bohrung oder Schürfgrube möglich. Für eine vollständige Baugrunderkundung nach Eurocode 7 empfehlen wir, mindestens eine Kernbohrung als Kalibrierungspunkt für die CPT-Daten vorzusehen.
Können Sie mit dem CPT-Gerät auch auf beengten Grundstücken in der Innenstadt arbeiten?
Ja, das ist einer der größten Vorteile unserer CPT-Raupe. Sie ist kompakt und kettenfahrbar, sodass wir auch durch enge Tordurchfahrten in der Brandenburger Vorstadt oder in begrünte Innenhöfe gelangen, wo ein schwerer LKW nie hinkäme.
