GEOTECHNIK
Potsdam, Germany
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Proctor-Versuch in Potsdam: Verdichtungskontrolle für tragfähige Böden

Die Geologie Potsdams ist ein echtes Abbild der Weichsel-Eiszeit: Talsande, feine Beckenschluffe und Geschiebemergel wechseln sich auf engstem Raum ab. Gerade in den Havel-Niederungen oder am Rand der Nauener Platte trifft man auf Böden, die bei Wasserzutritt rasch an Tragfähigkeit verlieren. Wer hier verdichtet, braucht eine belastbare Referenz – und genau dafür ist der Proctor-Versuch nach DIN 18127 das zentrale Instrument. In unserer täglichen Praxis sehen wir immer wieder Baustellen in Potsdam-West oder Babelsberg, wo die Einbaufähigkeit eines Bodens ohne Korngrößenanalyse und Proctor-Kennwerte schlicht nicht beurteilt werden kann. Der modifizierte Versuch kommt meist dann ins Spiel, wenn hohe Verkehrslasten – etwa im Zuge des Ausbaus der B2 oder neuer Straßenbahnabschnitte – eine intensivere Verdichtungsenergie erfordern. Das Ziel ist immer dasselbe: eine wirtschaftliche Verdichtung, die Setzungen minimiert und den Baugrund in Potsdam zuverlässig macht.

Die Proctor-Kurve ist kein theoretisches Diagramm – sie ist die Grenze zwischen einem standsicheren Damm und einem schleichenden Setzungsschaden.

Methodik und Umfang

Potsdam wächst entlang seiner historischen Kerne und neuen Quartiere wie der Speicherstadt oder dem Bornstedter Feld – oft auf anthropogen veränderten Böden mit Auffüllungen aus der Nachkriegszeit oder jüngeren Uferbefestigungen. Diese Schichten sind heterogen und reagieren empfindlich auf unkontrollierte Verdichtung. Der Proctor-Versuch liefert hier die entscheidende Kennkurve: Trockendichte über Wassergehalt. Erst mit dieser Kurve weiß der Erdbaulaborant, ob die im Feld erreichte Dichte tatsächlich dem geforderten Verdichtungsgrad von 95 % oder 100 % der einfachen Proctordichte entspricht. Besonders bei bindigen Böden aus dem Potsdamer Glazial, die zur Klüftung und Schrumpfung neigen, ist die Wahl des richtigen Versuchsverfahrens entscheidend. In Kombination mit Atterberg-Grenzen lässt sich das Verformungsverhalten bei wechselnden Wasserbedingungen präzise abschätzen – ein Wissen, das in einer Stadt mit so vielen grundwassernahen Bauvorhaben am Tiefen See oder entlang des Sacrow-Paretzer-Kanals praktisch unverzichtbar ist.
Proctor-Versuch in Potsdam: Verdichtungskontrolle für tragfähige Böden

Lokale Besonderheiten

Die ZTV E-StB 17 und die DIN 18127 setzen in Deutschland klare Maßstäbe für den Erdbau – und Potsdam mit seinen stark variierenden quartären Lockergesteinen ist ein Paradebeispiel dafür, warum diese Normen hier besonders ernst genommen werden müssen. Das größte Risiko entsteht, wenn ein Bodengutachten den falschen Proctor-Versuch vorschreibt: Ein Normalversuch in einer Lage, die später Schwerlastverkehr aufnehmen soll, führt zu unterdimensionierter Verdichtung und späteren Spurrinnen oder Frostaufbrüchen – keine Seltenheit auf Potsdams Nebenstraßen, wo der Busverkehr zunimmt. Umgekehrt kann ein modifizierter Versuch bei bindigen Auelehmen am Havelufer zu Überschätzung der Feldleistung und unnötigem Energieeintrag führen, der die Bodenstruktur zerstört. Entscheidend ist die korrekte Einordnung des Bodens bereits im Feld durch den Aufschlussleiter, denn ohne repräsentative Probennahme ist selbst die beste Laborausrüstung nutzlos. Ein zusätzliches Augenmerk liegt auf dem Überkornanteil: Gerade bei sandig-kiesigen Schichten der Teltow-Hochfläche muss die Überkornkorrektur nach DIN 18123 sauber gerechnet werden, sonst wird die bezogene Proctordichte systematisch verfälscht.

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Geltende Normen

DIN 18127:2012-09 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Proctorversuch, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, TP BF-StB Teil B 7 – Technische Prüfvorschriften für Boden und Fels im Straßenbau – Proctorversuch, DIN 18123 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung (für Überkornkorrektur), ISO 17025 – Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien

Zugehörige Fachleistungen

01

Einfacher Proctor-Versuch nach DIN 18127

Standardverfahren für den klassischen Erdbau, Leitungsgräben und Hinterfüllungen in Potsdam. Mit 25 Schlägen pro Schicht und einer Energie von 0,6 MNm/m³ liefern wir die Referenzdichte für den Verdichtungsgrad DPr. Besonders geeignet für bindige bis schwach sandige Böden, wie sie im Potsdamer Stadtgebiet häufig anstehen.

02

Modifizierter Proctor-Versuch

Für hochbelastete Verkehrsflächen, Dämme und den Straßenoberbau nach ZTV E-StB. Mit 60 Schlägen pro Schicht und 2,7 MNm/m³ simulieren wir die Verdichtung mit schweren Vibrationswalzen. Wir beraten Sie zur Wahl des Verfahrens, wenn Ihre Baumaßnahme an der Nutheschnellstraße oder in neuen Gewerbegebieten hohe Lastzyklen erwarten lässt.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Versuchsdurchmesser100 mm / 150 mm (je nach Größtkorn)
Verdichtungsenergie Normalversuchca. 0,6 MNm/m³ (25 Schläge, 5 Schichten)
Verdichtungsenergie Modifiziertca. 2,7 MNm/m³ (60 Schläge, 5 Schichten)
Max. Größtkorn (100 mm Zylinder)bis 20 mm (ggf. Überkornkorrektur)
Wassergehaltsstufenmindestens 5 Einzelversuche
AuswertungProctor-Kurve, optimale Dichte ρPr, optimaler wPr
ReferenznormDIN 18127:2012-09, TP BF-StB Teil B 7

Häufige Fragen

Was kostet ein Proctor-Versuch in Potsdam und welche Faktoren bestimmen den Preis?

Für einen einfachen Proctor-Versuch in unserem akkreditierten Labor liegen die Kosten je nach Probenumfang und Überkornanteil zwischen €110 und €190. Der modifizierte Versuch liegt aufgrund der höheren Schlagzahl und des längeren Prüfablaufs am oberen Ende dieser Spanne. Entscheidend ist die Anzahl der Einzelproben, denn für eine saubere Proctor-Kurve sind mindestens fünf Wassergehaltsstufen erforderlich. Bei grobkörnigen Potsdamer Talsanden mit Kiesanteil kann eine Überkornkorrektur nach DIN 18123 hinzukommen. Wir erstellen Ihnen gern ein Pauschalangebot, wenn Sie uns die Bodengruppe und den Verwendungszweck mitteilen.

Wann brauche ich in Potsdam den modifizierten statt dem einfachen Proctor-Versuch?

Das hängt von der geplanten Belastung ab. Für klassischen Hochbau, Leitungsgräben oder Gartenmauern reicht der einfache Proctor-Versuch meist aus. Sobald Sie jedoch eine öffentliche Verkehrsfläche, einen Lkw-Parkplatz oder einen Dammkörper für den Hochwasserschutz an der Havel planen, fordern die Potsdamer Tiefbauämter in der Regel den modifizierten Versuch. Die ZTV E-StB 17 schreibt diesen für Schichten ohne Bindemittel im Straßenoberbau zwingend vor. Wir stimmen uns im Vorfeld mit Ihrem Bodengutachter ab, damit Sie weder überdimensionieren noch hinter den technischen Anforderungen zurückbleiben.

Wie lange dauert ein Proctor-Versuch und wie viele Proben brauche ich für meine Baumaßnahme?

Die reine Prüfdauer im Labor beträgt einen Arbeitstag, die Trocknung der Teilproben zur Wassergehaltsbestimmung läuft über Nacht, sodass Sie das Ergebnis in der Regel nach 24 bis 48 Stunden erhalten. Die Probenanzahl richtet sich nach der Heterogenität des Potsdamer Baugrunds: Bei einem Wechsel von Geschiebemergel zu Talsand – wie häufig im Bereich Babelsberg – empfehlen wir mindestens eine Probe pro Materialtyp und Einbaulage. Für kleine Baugruben genügt oft eine repräsentative Mischprobe, für Linienbaustellen sind es mehrere. Wir helfen Ihnen, den Aufwand realistisch abzuschätzen, ohne die nach ZTV E-StB geforderte Prüfdichte zu unterschreiten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Potsdam und seinem Großraum.

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