Die preußische Residenzstadt Potsdam mit ihren Schlössern und Gärten steht auf einem geologisch bewegten Untergrund. Die Havelniederungen mit ihren mächtigen Talsandfüllungen und die Geschiebemergel-Hochflächen der Glindower Platte prägen den Baugrund. Wer hier ein Bauvorhaben plant, sei es die Sanierung eines historischen Ensembles oder ein Neubau in Babelsberg, braucht belastbare Daten über den Untergrund. Die elektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung) liefert genau das. Sie kartiert Schichtgrenzen und Grundwasserleiter, ohne den Boden zu zerstören. Gerade in den denkmalgeschützten Bereichen Potsdams ist diese zerstörungsfreie Methode oft die einzig genehmigungsfähige Erkundung. Wir kombinieren die Geoelektrik bei Bedarf mit direkten Aufschlüssen wie der Schürfgrube zur Kalibrierung oder der CPT-Sondierung für die Schichtlagerung.
Die VES-Geoelektrik erkennt Schichtgrenzen und Grundwasserleiter in bis zu 50 Metern Tiefe, ohne einen einzigen Meter zu bohren.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die DIN 4020 verlangt für jedes Bauwerk eine Baugrunderkundung, die der Komplexität des Untergrunds gerecht wird. Potsdam steht auf einer Abfolge aus holozänen Auesedimenten, weichselzeitlichen Talsanden und saalezeitlichem Geschiebemergel. Die Mächtigkeit dieser Schichten wechselt auf kürzester Distanz. Wer allein auf Punktaufschlüsse setzt, übersieht leicht alte Flussrinnen oder auskeilende Mergelschichten. Das Risiko: ungleiche Setzungen, unerwarteter Wasserzutritt in der Baugrube oder Fehlinterpretation der Tragschicht. Die elektrische Widerstandsmessung / VES ergänzt die punktuellen Bohrungen durch ein kontinuierliches Tiefenprofil. Sie zeigt die laterale Ausdehnung von gering tragfähigen Schichten. Sie erkennt verborgene Rinnenstrukturen unter dem Havelschlick. Diese Information ist für die Bemessung von Tiefgründungen in den Niederungsgebieten um den Templiner See und die Nuthe unverzichtbar.
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Geltende Normen
DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN 18134: Baugrund; Versuche und Versuchsgeräte; Plattendruckversuch (Anlehnung für Messgeräte), DIN EN 1997-2 (Eurocode 7): Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DAkkS-Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 für geoelektrische Messungen
Zugehörige Fachleistungen
VES-Erkundung für Bauwerksgründungen
Erstellung von Widerstandsprofilen zur Bestimmung der Tiefenlage des tragfähigen Geschiebemergels unter Talsanden. Einsatz bei Hochbauvorhaben im Potsdamer Stadtgebiet, besonders in den Niederungsbereichen. Kombination mit direkten Aufschlüssen zur Kalibrierung.
Geoelektrik für Hydrogeologie und Altlasten
Kartierung von Grundwasserleitern und Stauhorizonten in den quartären Ablagerungen. Erkundung von Salz-/Süßwassergrenzen in tieferen Aquiferen. Lokalisierung von Altablagerungen und Leckagen in Wasserschutzgebieten.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine VES-Messung in Potsdam?
Die Kosten für eine Vertikale Elektrische Sondierung in Potsdam liegen je nach Erkundungstiefe, Anzahl der Sondierungspunkte und Zugänglichkeit des Geländes zwischen €500 und €990. Eine genaue Kalkulation erstellen wir nach Durchsicht der Planunterlagen.
Welche Erkundungstiefen sind mit VES in Potsdamer Böden erreichbar?
Mit der Schlumberger-Konfiguration erreichen wir in den trockenen Sanden der Hochflächen Erkundungstiefen bis 50 Meter. In den lehmigen oder stark vernässten Niederungen schränkt die geringere Eindringtiefe des Stroms die Reichweite etwas ein. Wir passen die Messgeometrie vor Ort an.
Warum reichen Bohrungen allein für den Potsdamer Baugrund nicht aus?
Potsdams Untergrund ist durch eiszeitliche Rinnen geprägt. Eine Bohrung zeigt nur das Schichtprofil an einem Punkt. Zwischen zwei Bohrungen kann eine alte Flussrinne mit Faulschlamm liegen. Die VES-Geoelektrik schließt diese Lücke. Sie misst ein kontinuierliches Widerstandsprofil und erkennt solche Rinnenstrukturen, die beim Aushub zu massiven Problemen führen würden.
