In Potsdam beobachten wir immer wieder, dass Bauträger die Baugrunderkundung auf ein Minimum reduzieren und sich später über unerwartete Zusatzkosten wundern. Die direkte Bodenansprache mittels Schürfgrube ist oft die einzige Methode, um anthropogene Auffüllungen und alte Fundamentreste zu erkennen, die in einer Stadt mit 1000-jähriger Geschichte praktisch überall lauern. Ohne diesen Aufschluss tappt man im Dunkeln, selbst wenn moderne Sondierverfahren ergänzend eingesetzt werden. Gerade in den Stadtteilen mit hohem Grundwasserstand, wie in der Berliner Vorstadt oder entlang der Havel, liefert der manuelle oder maschinelle Aufschluss Erkenntnisse, die keine indirekte Methode ersetzen kann. Wir kombinieren die Schürfgrube bei Bedarf mit einem SPT-Bohrung, um auch die tieferen Tragschichten quantitativ zu bewerten, bevor die Statik finalisiert wird.
Die Schürfgrube ist das einzige Aufschlussverfahren, das die geologische Wirklichkeit flächenhaft abbildet und kleinräumige Bodenwechsel sichtbar macht, die Bohrungen oft übersehen.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Potsdam liegt im Bereich des Warschau-Berliner Urstromtals mit mächtigen Sandpaketen, die jedoch immer wieder von eiszeitlichen Geschiebemergelbänken und holozänen Mudden durchzogen werden. Die Grundwasserflurabstände schwanken stark, von weniger als 1,5 Metern in Havelnähe bis über 8 Meter auf den Hochflächen des Ravensberge-Gebiets. Eine Schürfgrube, die ohne Verbau im rolligen Sand abgeteuft wird, kann innerhalb von Minuten einbrechen, wenn die natürliche Böschungsneigung unterschritten oder der Kapillarsaum angeschnitten wird. Auch die Lage in der Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA wird oft unterschätzt, denn selbst geringe seismische Lasten können Setzungen in locker gelagerten Flusssanden auslösen, wenn die Lagerungsdichte nicht durch direkte Entnahme bestimmt wurde. Ein weiteres Risiko sind nicht dokumentierte Altablagerungen aus der Zeit der Stadtentwicklung, die erst beim Öffnen des Bodens als kontaminationsverdächtig eingestuft werden können.
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Geltende Normen
DIN EN ISO 22475-1 Geotechnische Erkundung - Probenentnahme, DIN 4021 Baugrund - Aufschluss durch Schürfe und Bohrungen, DIN 4124 Baugruben und Gräben - Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten, DIN EN ISO 14688 Geotechnische Erkundung - Benennung und Beschreibung von Boden
Zugehörige Fachleistungen
Maschinelle und manuelle Schürfgruben
Abteufung mit Minibagger oder von Hand im innerstädtischen Bereich, inklusive fachtechnischer Begleitung durch einen Geotechniker vor Ort. Wir dokumentieren jede Schicht und sichern die Grube normgerecht.
Probenahme und bodenmechanische Laborversuche
Wir entnehmen gestörte und ungestörte Proben und führen im akkreditierten Labor unter anderem Korngrößenanalysen, Atterberg-Grenzen und Proctor-Versuche durch, um die Bodenkennwerte abzusichern.
Baugrundbeurteilung und Gründungsberatung
Auf Basis der Schürfergebnisse erstellen wir einen Geotechnischen Bericht nach DIN 4020 mit Aussagen zu Tragfähigkeit, Setzungsverhalten, Versickerungsfähigkeit und Homogenbereichseinteilung nach VOB/C.
Typische Parameter
Häufige Fragen
¿Cuánto cuesta una calicata en Potsdam?
Eine einfache Schürfgrube bis 2 Meter Tiefe liegt in Potsdam preislich zwischen €420 und €840, abhängig von der Zugänglichkeit, dem erforderlichen Verbau und der Dauer der geotechnischen Aufnahme vor Ort. Kommen aufwändige Laborversuche oder eine tiefere Aufgrabung hinzu, passt sich das Angebot entsprechend an.
¿Necesito un permiso para hacer una calicata en la vía pública en Potsdam?
Ja, für Aufgrabungen im öffentlichen Straßenland benötigen Sie eine verkehrsrechtliche Anordnung und einen Aufbruchschein der Landeshauptstadt Potsdam. Wir kümmern uns um die vollständige Einholung dieser Genehmigungen und die Verkehrssicherungspflicht.
¿Qué profundidad alcanza normalmente una calicata de exploración?
In der Regel gehen wir bis 3,0 Meter Tiefe, was für die meisten Flachgründungen und Versickerungsnachweise in Potsdam ausreicht. Mit einem Minibagger und gestuftem Verbau können wir auch Tiefen bis 5,0 Meter erreichen, sofern die Platzverhältnisse es zulassen.
¿Qué diferencia hay entre una calicata y un sondeo a percusión?
Die Schürfgrube legt den Boden flächig frei und erlaubt die direkte Beurteilung von Gefüge, Trennflächen und Wechsellagerungen. Eine Rammsondierung liefert hingegen nur einen indirekten Widerstandswert über die Tiefe. Beide Verfahren ergänzen sich in der Baugrunderkundung ideal.
¿Cuánto tiempo hay que esperar para hacer la medición del nivel freático?
Wir peilen den Grundwasserstand frühestens nach 24 Stunden ein, um den durch den Aushub gestörten Wasserspiegel auspegeln zu lassen. Bei gering durchlässigen Böden wie Geschiebemergel kann eine längere Beobachtungsdauer nötig sein, was wir vor Ort einschätzen.
